Punisches Wachs
(eleodorisches Wachs)
Das geheime Wachs der Alten
Der Name “Punisches Wachs” mag damit zusammenhängen, dass in der Nähe von Karthago Fundorte von mineralischer Soda (Nitra) bekannt waren (natronführende Salzseen z. B. Vadi Natron)
Punisches Natron

Beste Qualität des Punischen Natrons
Punisches Natron (Abbauprodukt aus dem Vadi Natron Ägypten) ist dem handelsüblichen Natron weit Überlegen bei der Herstellung des Punischen Wachses. Wahrscheinlich sind dafür noch weitere andere Salze und Inhaltsstoffe des Abbauproduktes verantwortlich.
Saline zur Natrongewinnung
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Der Salzsee Vadi Naton war auch der Lieferant für Natronsalze zum Trocknen der Körper bei der Mumifizierung.
Es ranken sich einige Legenden um diese Seen.
So z. B. eine Christliche:
Maria, Joseph und das Christuskind passierten auf Ihrer Flucht diesen Salzsee.
Das Christuskind soll nach der Legende auf diesem Weg den See und das Natron gesegnet
und für heilig erklärt haben.
Deshalb finden wir im Vadi Natron die ältesten Christlichen Klöster und Kirchen
mit reichen Encaustic Wandmalereien und Heiligenbildern an.
Dieser Ort Vadi Natron ist eine wahre Fundgrube für optimal erhaltene
“Enkaustik Malerei”.
Kloster des hl. Pischoi - Dair Anba Bischo
(Vadi Natron)
Mit dieser Soda und Meerwasser wurde das verwendete Bienenwachs verseift.
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Alabasterflasche mit eingeritzten Vertiefungen
ausgefüllt mit eingebranntem eingefärbtem Punischen Wachs.
zu sehen im Museum Kairo
Die Grundlage des Punischen Wachses,
das Bienenwachs.
Honig und Bienenwachs spielten im alten Ägypten eine wichtige Rolle

Geschichtliches:
Etwa um das Jahr 3000 v. Chr. erfolgte die Gründung des Ägyptischen Reiches durch die Vereinigung der beiden Länder von Ober- und Unterägypten unter der Herrschaft des Pharaos Menes.
Schon lange vorher hatten die Unterägypter die Biene zu ihrem Wappentier erkoren, was ihr nun bei der Reichsvereinigung die glorreiche Aufnahme in den Bestand der ägyptischen Schriftzeichen garantierte. Dabei wurde sie neben der Binsenhyroglyphe, die die Oberägypter zum Ideogramm ihres Reiches gewählt hatten, gleich zum wichtigsten Schriftzeichen überhaupt, zur Königshieroglyphe, die seit der ersten Dynastie dem eigentlichen Namen des jeweiligen Pharaos voranging.
Zeugnisse der altägyptischen Bienenzucht


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Flachrelief aus dem Sonnenheiligtum des Pharaos Ne-user-Re (um 2360 v. Chr.)
Ein Flachrelief aus dem Sonnenheiligtum des Pharaos Ne-user-Re (um 2360 v. Chr.) zeigt eine sehr ausführliche Imkerszene, bei der man die verschiedenen Arbeitsschritte von der Entnahme des Honigs aus den Tonröhren über die Reinigung der Vorratsgefässe bis zur abschliessenden Versiegelung von Kugeltöpfen sehen kann.
Viel Glauben und Aberglaube enthalten die Vorschriften zum Gewinnen und Bleichen des Bienenwachses.
Im Altertum wurde das Wachs auch für rituelle Anwendungen hergestellt.
Das Wort "Wachs" (Bienenwachs)
heisst im Altkoptischen "mum"
Da das Bienenwachs (mum) ein Basismaterial für die Mumifizierung war, kann angenommen werden, dass das Wort Mumifizierung ursprünglich ”durch Wachs haltbar gemacht” bedeutet hat. Die Herstellung der Mumifizierungssalben war sehr aufwendig. Neueste Analysen ergaben eine erstaunliche Vielfalt von Einzelzutaten Die alten Ägypter erkannten schon vor 5000 Jahren, dass Bienenwachs eine antibakterielle Wirkung hat und daher unverzichtbar für die Haltbarkeit der Mumien war.
Nur so konnte auf Dauer bakterieller Befall von den getrockneten Körpern ferngehalten werden.
Das Bleichen des Wachses durch Sonne und Mond - Einwirkung
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ägyptische Hauptgottheit
- der Sonnengott RA (Atum Ra) -

Dem Mond schrieben die Ägypter geheimnisvolle Eigenschaften zu.
Die Ägypter waren sich einig, dass das Meerwasser bei bestimmten Vollmondkonstellationen viel intensiver wirkte und die Herstellung des Punischen Wachses erst ermöglichte.
Tatsächlich hat das Meerwasser bei Vollmond und grosser Schöpftiefe eine bedeutend höhere Salzkonzentration - und vielleicht noch andere
besondere Eigenschaften.
Es finden sich eine Vielzahl von geheimnisvollen Vorschriften zum Vorbereiten des Encaustic Wachses in den alten Herstellungsanleitungen. Das Bleichen durch Mond und Sonnenbestrahlung, das mehrfache Schmelzen in der Sonne, die einzuhaltenden Planetenstände waren nur die einfachsten Vorschriften zur Herstellung des Ausgangswachses, welches in den oben beschriebenen Rezepturen Verwendung fand.
Das vorbereitete gebleichte Bienenwachs wurde mit Meerwasser, mineralischer Soda, Pottasche und weiteren geheimen Zutaten gekocht, bis die Verseifung abgeschlossen war. Der Kochvorgang wurde immer wieder zum Bleichen des Wachses unterbrochen. Das genaue Rezept des ägyptischen Punischen Wachses haben die alten Priester mit In Ihr Grab genommen.
In über 2000 Jahren haben die alten Ägypter das Punische Wachs “cera punica” immer wieder verbessert, weiterentwickelt und verfeinert.
Die überlieferten Wachsrezepte sind nur sehr einfache und ungenaue Annäherungen an das Originalwachs der Pharaonen. Das Bienenwachs hat wie jedes tierische Produkt eine Vielzahl von Einzelbestandteilen. Durch unterschiedliche chemische Behandlungen wurden bei den alten Ägyptern nicht nur die normalen chemischen Reaktionen ausgelöst, sondern über geheime Zutaten auch andere Inhaltsstoffe des Bienenwachses chemisch verändert.
Bis heute war es nicht möglich, das echte sagenumwobene Punische Wachs zu rekonstruieren, noch weniger es herzustellen.
Schon bei den alten Ägyptern war das “Punische Wachs” ein wichtiger Exportartikel. Phönizische Seefahrer verbreiteten dieses Wachs im ganzen Mittelmeerraum.
Das ägyptische punische Wachs wurde im Altertum auch für medizinische Anwendungen hergestellt.
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So heisst es z. B. in einem medizinischen Papyrus aus der Zeit Ramses II (1388 – 1328 v. Chr.)...- nimm Wachs, wie es in Wasser löslich ist (d.h. Punisches Wachs - Anmerkung der Academie) ...
Das fertige „Punische Wachs“ wurde beispielsweise mit Gummi, Mastix, Fischleim, Ei, Feigenmilch, Hausenblase, Terpentinöl, Olivenöl, Nussöl usw. angereichert.
Jede Priestergruppe und Epoche hatte Ihre eigene, oftmals streng geheimgehaltene, Rezeptur.
Deshalb kann nicht nur von einem Punischen Wachs gesprochen werden
Es gibt einen fliessenden Übergang von der reinen Enkaustik zur „Wachs Tempera Enkaustik“, wobei auch diese meist als Enkaustik bezeichnet wird.
Unmittelbar vor den Malen wurden die feinst zerriebenen Pigmente zugemischt Diese waren z. B. Purpur, Anchusa (rot), Azurit, Melinum, Auripigment, Abianum, Malachit, Zinnober, Erdfarben, Baumrinden, Papyrusasche (schwarz), Bleiweiss, Schwermetalloxide (z.T. extrem giftig - im Altertum wurden dadurch Enkaustikmaler nicht allzu alt). z. B. Cadmiumoxid (gelb), Cadmiumselenid (rot)
Cadmiumoxid wurde wegen seiner hohen Toxizität im 2. Weltkrieg von den USA auf seine Verwendbarkeit als chemischer Kampfstoff untersucht.
Auch das Einbrennen des Wachses (Ganosis) erfolgte oft nach rituellen Vorschriften.
Die Ganosis
(Das Einbrennen des Punischen Wachses)
Plinius spricht von “inuratur ad sudorem” bis zum Schwitzen (verdampen) erhitzen.
Vitruv spricht von “calvaciundo sudare” durch Erwärmen das Wachs zum Schwitzen (verdampfen) bringen.
Auch das Einbrennen des Wachses (Ganosis) erfolgte oft nach rituellen Vorschriften.
Holzkohle diente zum Einbrennen des Punischen Wachses
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Der Malgrund z. B, die Wand, wurde mit einem Kohlebecken erst erwärmt, sodann mit Punischen Wachs eingestrichen, und dann diese Stelle solange erwärmt, bis der Untergrund das Wachs vollständig aufgenommen hat. Durch weiteres starkes erhitzen wurde die Oberfläche des Wachses verdampft. Es musste streng darauf geachtet werden, daß nur die Wärmestrahlung und nicht die Flamme Kontakt mit dem Punischen Wachs bekommt. Direkter Flammenkontakt würde das Punische Wachs bräunen oder schwärzen und unbrauchbar machen.
Nur Punisches Wachs geht mit Mörtel, wie z. B. Gips oder Marmoruntergründen eine Chemische Verbindung ein.
Die Natriumwachsseife des Punischen Wachses verbindet sich mit dem Kalk zu einer harten Kalkseife, dem Panzer aus Punischen Wachs. Diese Reaktion wird durch das Einbrennen ausgelöst. In Verbindung der fetten Säuren des Punischen Wachses, durch Hitze, mit dem Malgrund wird die Schicht auch bei anderen Malgründen nahezu unzerstörbar. Dadurch können auch Holzoberflächen dauerhaft versiegelt werden - Tafelmalerei, Schiffsmalerei. Dies ist jedoch nicht ganz so haltbar wie Punisches Wachs In Verbindung mit Kalk.
Eine interessante Variante in einer alten Anleitung beschreibt als Zusatz in den Kohlebecken Kräuter, Weihrauch und Bilsenkrautsamen. Dies ist eine starke Droge (mit Bilsenkraut wird in Shakespeares "Hamlet" der König ermordet) und regte sicherlich die Künstler zu aussergewöhnlichen Leistungen an
Bilsenkrautsamenrauch wurde in der antiken Medizin gegen Husten und Atemnot verwendet. Wahrscheinlich konnten die Maler beim Einbrennen des Wachses in den unbelüfteten Felsengräbern der Ägypter nur noch so atmen. Der Qualm des verdampfenden Wachses muss unerträglich gewesen sein. Die Kohlebecken (vas ferreum) mussten dauernd überwacht werden, dass sich die frischen Enkaustik Malereien nicht überhitzten und unbrauchbar wurden.
Ob der Rauch des Bilsenkrautes auch das Enkaustik Wachs beeinflusst hat ist nicht geklärt.
Die von der Academie entwickelten und verwendeten Encaustic Farben sind säurefrei, völlig ungiftig und unbedenklich.
Sie erhalten sehr gute und geprüfte Encaustic Wachsfarben unter
www.creativ-point.eu
Wichtiger Tipp:
Bitte verwenden Sie keine normalen Wachskreiden.
Diese entwickeln beim Erwärmen oft sehr giftige,
geruchlose Dämpfe.

Diese Dämpfe lösen im beste Falle Übelkeit und Kopfschmerzen aus
Wir mussten auch schon mehrfach
Enkaustik Künstler beraten und trösten
“ Ihre Wellensittiche sind beim Malen mit solchen Farben tot vom Stengel gefallen ”.
Die Enkaustik Malerei heute:
Spielend einfach gestaltet sich heute die Encaustic Malerei mit den neuentwickelten Encaustic Farben, den elektrisch erhitzten Malgeräten und den neuen Malgründen (Malkarten und Leinwänden).
Dadurch können wir die alte Faszination der Enkaustikmalerei heute erleben.
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In der Encaustic - Academie Weilheim kann sich jeder solch ein Kunstwerk bei Malkursen schaffen
und dieses mit nach Hause nehmen.
Bilder, welche in der Encaustic - Academie Weilheim bei Malkursen gemalt wurden, wurden oft anschliessend für
mehrere hundert Euro
verkauft.
Ein Enkaustik Gemälde ist ein unvergängliches Original.
Navigationshilfe:
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Überlieferte Enkaustik Werkzeuge
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Bei den Encaustic Kursen der Enkaustik Academie Weilheim verwendetes Material:
Enkaustik Wachsfarben, Enkaustik Maleisen, Enkaustik Studio, Enkaustik Pen, Enkaustik Wachsstifte, Enkaustik Wachs, Enkaustik Malkarten, Enkaustik Malpapier, Enkaustik Hotplate, Enkaustik Malplatte, Enkaustik Schwaemme, Enkaustik Leinwaende, Enkaustik Zauberpuder, Enkaustik Nachtleuchtfarben, Enkaustik Kussmaul Farben, Enkaustik Wellenkämme.
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